In Vorbereitung auf die Landtagswahl hat auch die FDP am Samstag ihre Landesliste bestimmt. Die Partei traf sich dazu in Binz. Mit großer Mehrheit wurde der Stralsunder Jakob Schirmer zum Spitzenkandidaten gewählt.
Angesichts dürftiger Umfragewerte hat der FDP-Landesvorsitzende René Domke seiner Partei zum Auftakt des Landtagswahljahres Mut zugesprochen. Auch bei vorangegangenen Wahlen seien die Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern zu Beginn des Wahlkampfs nicht über fünf Prozent gemessen worden, sagte Domke zum Auftakt der Landesvertreterversammlung. "So sah es auch 2021 aus, und dann sind wir mit 5,8 Prozent in den Landtag eingezogen", sagte Domke. "Es ist also möglich. Es liegt an uns."

Mit knapp 90 Prozent wurde am Mittag bei der Listenaufstellung Jakob Schirmer zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 20. September gewählt. Der Stralsunder Hochschullehrer konnte 74 von insgesamt 83 Stimmen auf sich vereinen - angesichts der jüngsten Konflikte im Landesverband ein solides Ergebnis. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Der 43-Jährige Schirmer lebt nach eigenen Worten auf Usedom, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er sagte, er stehe für eine freiheitliche Politik. "Der Staat ist für die Menschen da, nicht die Menschen für den Staat", sagte er.
Beim Umgang mit der AfD gibt sich die Partei pragmatisch, bevorzugt die inhaltiche Auseinandersetzung, statt den Fokus auf die Prüfung eines Verbotsverfahrens zu legen. Kernthemen der Liberalen für die Landtagswahl: weniger Bürokratie, weniger Regulierung, mehr Digitalisierung, Bildung und Innovationen. Und es bleibt auch bei scharfer Kritik an rot-roten Leuchtturmprojekten wie der beitragsfreien Kita. "Wohltaten", so nannte es Domke, die eine schwere Hypothek für MV darstellten. Spitzenkandidat Schirmer, von Haus aus Jurist, betonte die Schwerpunkte Wirtschaft, Inneres, Justiz und Finanzen. Das Wahlprogramm soll in den nächsten Wochen erarbeitet und auf einem Parteitag im März beschlossen werden.
Landeschef Domke rief zur Geschlossenheit auf. Der Wahlkampf sei stark von Polarisierung geprägt, da müsse sich die FDP von Links- und Rechtsaußen abgrenzen und klar ihre liberale Agenda forcieren. Die FDP könne und müsse die "Alternative der Vernunft" sein. Die FDP hat nach eigenen Angaben rund 800 Mitglieder in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist aktuell mit drei Abgeordneten als Gruppe im Landtag vertreten. Nach der Landtagswahl 2021 waren es fünf Abgeordnete.
