Hans-Dietrich Genscher 21.03.1927 - 31.03.2016

Ein rastloser Freiheitskämpfer hat uns verlassen

Genscher war Vorbild für alle Deutschen

 

Hans-Dietrich Genscher – der rastlose und unermüdliche Kämpfer für die Freiheit der Menschen hat uns verlassen, er starb am 31.03.2016 im Alter von 89 Jahren.

„Genschman“, wie ihn nicht nur die Liberalen gern nannten, war ein politisches Naturtalent mit dem gelben Pullunder als markantes Markenzeichen. Schon in jungen Jahren nahm der aus Halle (Saale) stammende  Genscher Anteil am politischen Leben und wurde getreu seiner Gesinnung Mitglied der FDP. Er hat in seinem Leben viele politische Funktionen und Ämter bekleidet.  Für die Öffentlichkeit in Erinnerung ist seine Zeit als Bundesinnenminister ab 1969 und dann natürlich als Bundesaußenminister ab 1974, der er mit einer kurzen Unterbrechung bis 1992 blieb. Genscher war damit der dienstälteste Außenminister Europas. In dieser Zeit legte er mit seinem unermüdlichen und rastlosen Wirken einen entscheidenden Grundstein dafür, dass nach dem Mauerfall der 2+4 Vertrag abgeschlossen werden konnte, der Deutschland die volle Souveränität und politische Einheit ermöglichte. Insofern leistete Hans-Dietrich Genscher einen entscheidenden Anteil an der völkerrechtlichen Herstellung der deutschen Einheit. Das wird man ihm nie vergessen. Unvergesslich sein Auftritt auf dem Balkon der deutschen Botschaft in Prag im Herbst 1989 mit dem unvollendeten Satz: „Ich bin zu ihnen gekommen, um ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise …“. 

Genscher gilt noch heute als der beliebteste deutsche Außenminister der Nachkriegszeit.

Seine politische Lebensleistung fand Anerkennung bei politischen Weggefährten wie auch Gegnern. Ihm zugewiesene Name wie „Vielflieger“ oder „Mr. Bundesrepublik“ geben davon ein Zeugnis ab.

Genschman, von 1974 bis 1985 auch Bundesvorsitzender der FDP, war natürlich auch immer ein gern gesehener Gast an der liberalen Basis. Im Jahre 1993 besuchte er zusammen mit seinem Nachfolger im Auswärtigen Amt Klaus Kinkel die Insel-Liberalen anlässlich eines FDP-Landesparteiges in Binz. Auch in den Jahren danach weilte er einige Male privat auf Rügen, soweit es ein „Privat“ für ihn überhaupt gab.

Jetzt hat sein liberales Kämpferherz aufgehört zu schlagen. Die Liberalen und alle Demokraten haben einen engagierten, ehrlichen, anerkannten und weitsichtig denkenden Vollblut-Politiker verloren. Er hat sich mit seinem Wirken einen Platz in den Geschichtsbüchern im In- und Ausland gesichert.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

 

Gerhard Weber

Ehrenvorsitzender FDP-Rügen

zurück