01.05.2015

Kita Vollverpflegung

 

FDP erreicht Rücknahme der umstrittenen Landkreis-Empfehlung zur Verpflegungspauschale

 

Bergen auf Rügen/Stralsund. Dörte Heinrich, Leiterin des Fachdienstes Jugend beim Landkreis Vorpommern-Rügen, hat auf Intervention von Kreistagsmitglied Christian Thiede (FDP) ihre umstrittene Empfehlung zur Abrechnung der Verpflegung in Kindertagesstätten zurückgenommen. Seit Wochen wehren sich Eltern in ganz Mecklenburg-Vorpommern dagegen, zwangsweise für Mahlzeiten in Kindertagesstätten zahlen zu müssen, auch wenn das Kind nur teilweise dort verpflegt wird. Thiede brachte die Argumente der zahlreichen Betroffenen in einem Gespräch auf den Punkt und erreichte so binnen kürzester Zeit einen Sinneswandel der Zuständigen. Das ist ein Signal auch für die anderen Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern.

Heinrichs Empfehlung datiert vom Dezember 2014. Einige Träger von Kindertagesstätten boten auf dieser Grundlage nur noch eine pauschale Abrechnung der Verpflegung aller von ihnen betreuten Kindern an, ohne dass die Eltern dabei ein Mitspracherecht gehabt hätten. Dies steht im Widerspruch zu den gesetzlichen Vorgaben zur Vollverpflegung, wonach pauschal oder einzeln abgerechnet werden kann und dies den Eltern auch angeboten werden muss. In der Kritik stehen insbesondere der Internationale Bund, der Montessori-Arbeitskreis und das Institut Lernen und Leben. Es sind mehrere Fälle bekannt geworden, in denen Eltern, die sich gegen eine Essenspauschale wehren, beispielsweise unter Verweis auf ein gestörtes Vertrauensverhältnis ein Kita-Platz gekündigt wurde.

 

Ihre Empfehlung könne keine Argumentationsgrundlage für eine pauschale Abrechnung mit den Eltern sein, die selbst für die Verpflegung ihrer Kinder zahlen, und werde deshalb zurückgenommen, so Heinrich. Sie fühlt sich von den öffentlichen Kita-Trägern missverstanden.

Denn der Landkreis habe ihnen nur angeboten, die pauschale Abrechnung für bestimmte Kinder vorzunehmen, nämlich für diejenigen, für die der Landkreis auf Grund der Übernahme der Elternbeiträge auch die Verpflegungskosten übernehme. Den Trägern sei es freigestellt gewesen, die Vereinbarung zu unterzeichnen oder weiter eine Spitzabrechnung vorzunehmen. Ihre Absicht sei es gewesen, für bestimmte Kinder ein vereinfachtes Verfahren bei Auszahlung der Verpflegungskosten zu erreichen.

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